Galerie/Reisebericht

     > Barcolana57

Bodenseecrew segelt an der weltgrößten Regatta

 

Die Barcolana ist die größte Segelregatta der Welt. Seit 1969 findet sie jährlich am zweiten Sonntag im Oktober im Golf von Triest statt, vor der norditalienischen Hafenstadt Triest. Vom 38m HightTech Racer bis zum 6m Holzrumpf Oldtimer sind ebenso zahlreiche Fahrtenyachten am Start. Die Boote werden von Profis wie auch von Amateuren gesteuert. Die diesjährige Barcolana57, die 57. Auflage, fand am 12. Oktober 2025 statt.

 

Neben der Haupt-Regatta, die Barcolana, gibt es ein reichhaltiges Rahmenprogramm mit Land- und Seeveranstaltungen. Diese Veranstaltungen finden bereits eine Woche vor der eigentlichen Regatta statt.

 

Die Wettfahrt der Barcolana geht über ein Viereck mit festen Punkten im Golf von Triest und einer Gesamtlänge von 13 Seemeilen.

 

Das Eigner-Ehepaar segelt schon seit fast 10 Jahren, mit einer Bavaria 42 Bj. 1999 -voilà!3-, unter anderem in der nördlichen Adria. Es war schon immer ein Traum des Skippers an der Barcolana teilzunehmen. Also begann Ende 2024 die Suche nach einer Regatta Crew. Schnell stellte sich heraus, dass das Interesse groß war. Es fanden sich mit dem Skipper vier weitere erfahrene Segler, mit guter Regattaerfahrung. Nur eines fehlte noch, die voilà!3 segelt normalerweise ohne Spinnaker. Die Suche danach gestaltete sich etwas schwierig, bis über unseren Taktiker ein namhafter und bekannter Regattasegler vom Bodensee uns seinen Spinnaker freundlicherweise und kostenlos zur Verfügung stellte. Welch eine Freude, da dieser Spinnaker exakt zur voilà!3 passte.

 

Die Crew reiste am Donnerstag vor der Wettfahrt in der Heimat Marina der voilà!3 in Aprilia Marittima (ITA) an. Dort erfolgte das übliche Prozedere, Kojen beziehen, Einkäufe erledigen und die wichtige Sicherheitseinweisung in das Boot. Am ersten Tag segelten wir nach Izola (SLO). Auf dem Weg dorthin wurden die Spinnakerbeschläge montiert, der Spinnaker probegesetzt und die Rollen eingeteilt. Am nächsten Tag nach Triest wurden nochmals alle Segel gesetzt, die Rollen nochmals vertieft und diverse Manöver geprobt. Danach liefen wir in den alten Hafen (Vecchio Porto) von Triest mit den vielen anderen Regattateilnehmern ein. Zum ersten Mal lag die voilà!3 im 11er Päckchen, d.h. das erste Boot liegt direkt an der Hafenmole und dann legt sich ein Boot nach dem anderen auf das äußere Boot, bis 11 Boote parallel nebeneinander liegen. Von diesen Päckchen gab es viele, immerhin waren 1883 Boote zur Barcolana57 gemeldet.

 

Wie die Tage zuvor war am Tag der Regatta schönstes Adria Herbstwetter. Temperaturen so um die 20Grad und mäßige Winde aus NordOst bis Süd mit strahlend blauem Himmel. Zum Start der Regatta setzte ein NordOst der mit bis zu 18kn von den Hügeln von Triest das Startfeld mit ordentlich Wind versorgte. Das wäre eigentlich ein Start unter Spinnaker gewesen, was zum einen wegen der Masse an Booten und zum anderen wegen dem Winddreher direkt nach dem Start auf SüdWest nicht sinnvoll war. Später drehte der Wind weiter auf West und wurde im Laufe des frühen Nachmittags zunehmend schwächer.

 

Am Morgen der Wettfahrt lag die übliche Spannung vor Wettfahrten in der Luft. Nach dem Auslaufen erfolgte die Suche nach der besten Position zum Start mit zum Teil frischen Fallwinden von den Hügeln Triests die mit bis zu 4 bft aus NordOst in das Startfeld bliesen. Der Start selber erfolgte mit weniger Wind, da sich die vielen Boote gegenseitig den Wind wegnahmen und der Wind drehte. Nachdem wir die Startlinie überquert hatten galt es sich schnellstmöglich freizusegeln um mit maximaler Geschwindigkeit zur nächsten Bahnmarke zu gelangen. Dort änderte der Wind seine Richtung nach West. Und in dessen Folge fuhr ein Pulk von mehreren hundert Booten auf die rote Tonne zu. Diesen Pulk haben wir erfolgreich umschifft und sind mit freiem Wind zur nächstem Bahnmarke gesegelt um dort mit raumem Wind den Spinnaker zu setzen. Jetzt galt es mit möglichst perfekter Segelstellung bei abnehmendem Wind in Richtung Ziel zu fahren. Hier konnten wir den geliehenen Spinnaker optimal einsetzen um uns von dem nachfolgendem Feld abzusetzen. Noch nie haben wir so viele Boote in einer Regatta hinter uns gesehen.

 

Der Zieleinlauf vor der Piazza Unità von Triest war beeindruckend. Am Ufer standen tausende jubelnde Menschen und jedes Boot versuchte vor dem Zieleinlauf noch das letzte Quäntchen Geschwindigkeit aus dem Boot herauszuholen. Von den gemeldeten 1883 Booten haben lediglich 1295 Boote das Ziel innerhalb des Zeitlimits von 7 Stunden erreicht.

 

Die Crew der voilà!3 mit dem Taktiker Sebastian Bach (LSC), dem Vorschiffmann Martin Kunz (RYC), dem Spinnaker-Trimmer Robert Aich, dem Genua-Trimmer Stefan Häussler (KSV) und dem Skipper Peter Veit (ESV FN) haben als das 397. Boot der 1295 gewerteten Booten die Ziellinie überquert. Ein voller Erfolg und das mit einem geliehenen Spinnaker.

 

Das sind unsere Platzierungen:

 

  • Als 397. Boot haben wir die Ziellinie von 1295 gewerteten Booten überquert.
  • Unter allen gewerteten 890 Cruisern haben wir den 176. Platz erreicht.
  • In unserer Kategorie I, Bootslänge 12,01 - 13,5m, haben wir den 51. Platz von 132 Booten belegt.
  • Bei den 95 gewerteten Cruisern der Kategorie I sind wir auf dem 29. Platz gesegelt.
  • Den 1. Platz bei den deutschen gewerteten Booten haben wir in der Kategorie I ersegelt.
  • Und unter den 64 gewerteten Bavarias sind wir als 4. Boot ins Ziel gesegelt, wobei wir auch hier die 1. Bavaria unter den deutschen gewerteten Bavarias waren.